GEO nach einer Woche: Was sich messbar verändert hat
Nach sieben Tagen GEO-Optimierung an meinem eigenen Reiseblog stieg die Domain Coverage in KI-Antworten von 7 auf 10 Prozent und der Share of Voice von 33 auf 38 Prozent. Die Marke rückte vom Gleichstand mit vier Wettbewerbern an die Spitze. Ein früher Trend – aber ein messbarer.
Stand: Juli 2026 – Datenbasis Otterly.ai, Markt Deutschland, 7. bis 20. Juli 2026.
Was habe ich überhaupt gemessen?
Ich betreibe seit 2011 den Reiseblog willascherrybomb.de – über 700 Beiträge, Schwerpunkt Mexiko, Zentralamerika und Solo-Reisen als Frau. Auf der Referenz-Seite steht, wie mein erster Selbstversuch ausging: Bei konkreten Fragen zitiert, bei breiten Fragen unsichtbar.
Im Juli habe ich daraus ein systematisches Monitoring gemacht. 47 echte deutschsprachige Reisefragen wurden täglich automatisch an ChatGPT, Perplexity und die Google-KI-Übersichten gestellt. Ausgewertet wurde jedes Mal: Wird die Marke genannt? An welcher Stelle? Welche meiner Seiten wird als Quelle zitiert – und wer gewinnt sonst?
In der ersten Woche habe ich zwei Artikel gezielt überarbeitet: FAQPage-Schema ergänzt, eine sichtbare Stand-Zeile eingefügt, die eigene Erfahrung mit konkretem Zeitbezug versehen, Tippfehler beseitigt. Zusammen etwa 90 Minuten Arbeit. Dann habe ich Woche 1 gegen Woche 2 gestellt.
Was hat sich verändert?
Das sind die Kennzahlen aus beiden Wochen, unverändert aus dem Tool übernommen:
| Kennzahl | 7.–13. Juli | 14.–20. Juli |
|---|---|---|
| Domain Coverage | 7 % | 10 % |
| Share of Voice | 33 % | 38 % |
| Sentiment | neutral (0) | +57 |
| Platz unter allen zitierten Domains | nicht in Top 10 | Platz 10 |
| Abstand zum Zweitplatzierten | 1 Nennung | 2 Nennungen |
- Vom Gleichstand an die Spitze: In Woche 1 lagen vier Wettbewerber mit je einer Nennung praktisch gleichauf mit mir. In Woche 2 liegt mein Blog vorn – ein direkter Wettbewerber ist aus den Nennungen ganz herausgefallen, obwohl seine Domain weiter zitiert wird.
- Die Verkaufsseite wird zitiert: Meine zweitmeistzitierte Seite ist nicht ein Blogartikel, sondern die Buchungsseite für meine Reiseberatung. KIs empfehlen nicht nur Inhalte, sondern Angebote.
- Das Sentiment kippt ins Positive: Von neutral auf +57. Die KI nennt die Marke nicht mehr nur, sie beschreibt sie aktiv wohlwollend.
Warum die große Zahl in die Irre führt
Meine Zitationen stiegen von 10 auf 98. Das wären fast zehnmal so viele – und genau so eine Zahl würde ich in jedem Marketing-Post erwarten. Ich benutze sie trotzdem nicht, denn allein steht sie für gar nichts.
Das Messvolumen ist zwischen beiden Wochen für alle gestiegen, weil Prompts dazukamen und in Woche 1 nicht an allen Tagen gemessen wurde. Das sieht man an Quellen, an denen niemand etwas optimiert hat: Ein großer Reiseveranstalter wuchs im selben Zeitraum um das 6,7-fache, eine Krankenkasse um das 6,9-fache, ein Wettbewerber-Blog um das 7,2-fache.
Diese Werte sind die eigentliche Messlatte. Der Markt wuchs um das Sechs- bis Siebenfache. Mein Blog wuchs um das 9,8-fache – rund 40 Prozent stärker als das Feld. Nicht die 98 ist der Befund, sondern der Abstand zur Baseline.
Noch sauberer wird es bei Fragen, die in beiden Wochen unverändert liefen. Der Artikel mit dem neuen FAQ-Schema wuchs dort um das Zehnfache und ist inzwischen mein stärkster Einzel-Treffer überhaupt. Fünf weitere unveränderte Fragen legten um das Fünf- bis Neunfache zu.
Was diese Zahlen nicht beweisen
Ein ehrlicher Report nennt seine Grenzen, sonst ist er Werbung. Also:
- Fast alles davon ist Perplexity. Von meinen 108 Zitationen stammen 83 aus Perplexity, 14 aus den Google-KI-Übersichten und 11 aus Copilot. Aus ChatGPT: keine einzige, obwohl ChatGPT im Datensatz die meisten Zitationen überhaupt vergibt. Was hier nach allgemeiner KI-Sichtbarkeit aussieht, ist zu drei Vierteln Sichtbarkeit bei einer einzigen Engine.
- Es gibt keine Kontrollgruppe. Die Normierung an fremden Quellen ist ein guter Behelf, aber kein Beweis für Kausalität.
- Der Zeitraum ist kurz. Sieben Tage, eine einzige Website. Das ist ein Trend, kein Gesetz.
- Die Fragenauswahl wirkt mit. Neu hinzugekommene Fragen lagen in meinem stärksten Themenfeld. Deshalb zähle ich für die Bewertung nur Fragen, die in beiden Wochen liefen.
- Der zweite optimierte Artikel hat gar nicht gewirkt. Ich habe in dieser Woche zwei Beiträge überarbeitet, nicht einen. Der zweite wurde in zwei Wochen kein einziges Mal zitiert – während drei Wettbewerber bei denselben Fragen zweistellig auftauchen. Gleiche Checkliste, gleicher Aufwand, einmal das Zehnfache und einmal exakt null. Die wahrscheinlichere Erklärung für den Erfolg des ersten Artikels ist deshalb nicht meine Optimierung, sondern schwacher Wettbewerb bei diesem Thema.
Mein Fazit
Sieben Tage und rund 90 Minuten Arbeit haben eine sichtbare Verschiebung gebracht – nicht weil ich neuen Content produziert habe, sondern weil vorhandener Content endlich maschinenlesbar wurde. Das deckt sich mit dem, was mein erster Selbstversuch nahelegte: Das Problem ist selten fehlender Inhalt, sondern fehlende Struktur.
Wichtiger als das Ergebnis ist für mich aber die Methode. Ohne tägliche Messung hätte ich schlicht nicht gewusst, dass sich etwas bewegt – und ich hätte die 98 für einen Erfolg gehalten, obwohl der halbe Anstieg reines Messrauschen war. Wer GEO ohne Monitoring macht, optimiert im Blindflug und feiert Zufälle.
Und ganz nebenbei der Befund, der mich am meisten überrascht hat: Die KIs zitieren meine Verkaufsseite. Sichtbarkeit in KI-Antworten ist kein reines Reichweitenthema.
Häufige Fragen
Wie schnell wirkt GEO-Optimierung?
In meinem Selbstversuch waren erste Verschiebungen nach etwa sieben Tagen messbar: Domain Coverage stieg von 7 auf 10 Prozent, der Share of Voice von 33 auf 38 Prozent. Das ist ein früher Trend, kein belastbarer Endstand. Für gesicherte Aussagen braucht es mehrere Wochen kontinuierlicher Messung.
Woran erkenne ich, ob GEO wirklich gewirkt hat?
Nicht an absoluten Zitationszahlen, denn die schwanken mit dem Messvolumen. Aussagekräftig sind relative Kennzahlen: Domain Coverage, Share of Voice, die Platzierung gegenüber Wettbewerbern und die Entwicklung einzelner Prompts, die über den gesamten Zeitraum unverändert liefen.
Welche GEO-Maßnahme hat am stärksten gewirkt?
Der deutlichste Einzeleffekt zeigte sich beim Artikel mit neu ergänztem FAQPage-Schema, sichtbarer Stand-Zeile und konkreter Erfahrungsangabe. Er wuchs um das Zehnfache, während vergleichbare fremde Quellen im selben Zeitraum nur um das Sechs- bis Siebenfache wuchsen.
Kann man GEO-Sichtbarkeit überhaupt messen?
Ja. Mit einem AI-Visibility-Monitoring werden feste Fragen täglich automatisch an ChatGPT, Perplexity und die Google-KI-Übersichten gestellt und ausgewertet: Wird die Marke genannt, an welcher Position, welche Seiten werden als Quelle zitiert und wer gewinnt sonst.
Wissen, wo deine Marke in KI-Antworten steht?
Genau diese Messung mache ich für Reise- und Outdoormarken. Der AI-Visibility-Report ist der Einstieg.
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