Mein Selbstversuch: Kennt die KI meinen Reiseblog?
Bevor ich GEO für andere mache, habe ich meinen eigenen, seit 2011 gewachsenen Reiseblog Willascherrybomb auf den Prüfstand gestellt. Ergebnis: Bei sehr konkreten Fragen werde ich zitiert – bei vielen breiten Fragen gar nicht. Und das lag nicht an fehlendem Content.
Wie ich getestet habe
16 echte, deutschsprachige Reisefragen – quer durch meine Themen. Für jede Frage habe ich per Websuche geprüft, welche Quellen ChatGPT, Perplexity und die Google-KI-Übersichten für ihre Antworten heranziehen – ihre Quellenbasis – und notiert: Ist mein Blog dabei? Und wenn nicht – wer dann?
Hinweis zur Methode: Das ist ein Näherungsverfahren – geprüft wurde die Quellenbasis, aus der die KI-Systeme ihre Antworten speisen (per Websuche), nicht eine eingeloggte Live-Abfrage in den drei Systemen; die Erhebung lief aus einem US-Standort.
Testobjekt: mein Reiseblog willascherrybomb.de – über 700 Beiträge seit 2011, Schwerpunkt Mexiko, Zentralamerika und Solo-Reisen als Frau.
Was rauskam
~1 von 5 Unterm Strich: nur bei rund jeder fünften Frage sichtbar.
- Bei spezifischen Long-Tail-Fragen: oft zitiert.
- Bei breiten Fragen: unsichtbar – dort gewinnen große Portale und Behörden.
- Der Knackpunkt: nicht fehlender Content – die guten Artikel wurden nur nicht als Quelle „gezogen“. Genau das ist die GEO-Lücke (und sie beginnt bei der SEO-Basis).
Die 4 Hebel, die den Unterschied machen
Antwort zuerst
Die Frage direkt im ersten Absatz beantworten.
Fragen als Überschriften + FAQ
Echte Nutzerfragen wörtlich als H2/H3.
Aktualität zeigen
„Stand 2026“, aktuelle Daten und Preise.
Konkret schlägt breit
Die spezifische Frage perfekt beantworten.
Und heute? Ich messe es – und ich kann zeigen, dass es wirkt.
Der Selbstversuch war der Anfang. Im Juli 2026 habe ich 47 echte Reisefragen zwei Wochen lang täglich automatisch durch ChatGPT, Perplexity und die Google-KI-Übersichten laufen lassen. Nach der ersten Messwoche habe ich zwei Artikel gezielt überarbeitet: FAQ-Schema ergänzt, sichtbares Aktualitätsdatum eingefügt, eigene Erfahrung konkretisiert. Aufwand: rund 90 Minuten. Die vollständige Auswertung steht im Blog – hier das Wichtigste:
7 % → 10 % So stieg innerhalb einer Woche der Anteil der KI-Antworten, in denen mein Blog als Quelle auftaucht.
Zur ehrlichen Einordnung: Diese Sichtbarkeit ist zu rund drei Vierteln Perplexity – in ChatGPT wurde mein Blog im Messzeitraum nicht als Quelle zitiert. Für ChatGPT braucht es einen anderen Hebel (Erwähnungen auf fremden Seiten). Details in der ausführlichen Auswertung.
| Kennzahl | Woche 1 | Woche 2 |
|---|---|---|
| Domain Coverage in KI-Antworten | 7 % | 10 % |
| Share of Voice gegenüber Wettbewerbern | 33 % | 38 % |
| Sentiment der Nennungen | neutral | +57 |
| Platz unter allen zitierten Domains | nicht in Top 10 | Platz 10 |
- Und der wichtigste Vorbehalt: Von meinen 108 Zitationen kommen 83 aus Perplexity, 14 aus den Google-KI-Übersichten und 11 aus Copilot. Aus ChatGPT keine einzige. Was nach allgemeiner KI-Sichtbarkeit aussieht, ist zu drei Vierteln Perplexity. Für ChatGPT braucht es einen anderen Hebel: Erwähnungen auf fremden Seiten.
- Vom Gleichstand an die Spitze: In Woche 1 lagen vier Wettbewerber praktisch gleichauf mit meinem Blog. In Woche 2 liegt er vorn – ein direkter Wettbewerber ist aus den Nennungen komplett herausgefallen.
- Die Verkaufsseite wird zitiert: Meine zweitmeistzitierte Seite ist kein Blogartikel, sondern die Buchungsseite meiner Reiseberatung. KI-Sichtbarkeit ist kein Reichweitenthema – sie ist ein Vertriebsthema.
- Konkret schlägt breit, weiterhin: Zitiert werden meine spezifischsten Inhalte – Zentralamerika-Guide, Reiseberatung für Alleinreisende, Mexiko-Solo-Reiseführer. Bei breiten Fragen gewinnen weiterhin TUI, AOK & Co. Genau deshalb besetzt man die spezifischen Fragen.
- Ohne Messung keine Strategie: Meine absoluten Zitationen stiegen um das 9,8-fache – aber das Messvolumen stieg für alle um das Sechs- bis Siebenfache. Erst der Vergleich zeigt den echten Zugewinn von rund 40 % über dem Marktdurchschnitt. Wer nicht misst, feiert Zufälle.
Datenbasis: Otterly.ai, Markt Deutschland, 7. bis 20. Juli 2026. Sieben Tage, eine Website, keine Kontrollgruppe – ein belastbarer Trend, kein Beweis. Genau diese Transparenz bekommst du auch in deinem AI-Visibility-Report.
Genau diese Analyse mache ich jetzt für Reise- und Outdoormarken.
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